Hallo aus dem fernen Tarikere!!
In den letzten zwei Wochen ist hier bei uns in Indien viel passiert, ein paar Bilder habt ihr ja schon anschauen koennen.
Nachdem wir 14 Stunden mit dem Bus, scheinbar quer durch Suedindien gefahren sind, sind wir wohlbehalten mitten in der Nacht in der Brueckenschule in Chatnalli angekommen. Die Fahrt war aufgrund einiger Unebenheiten der Strasse recht anstrengend, aber die wunderschoene Landschaft und die Affen, die wir auf dem Weg beobachten konnten, haben dies wieder ausgeglichen.
In der Brueckenschule wurden wir von fuenf suessen Welpen und ein paar der Kinder und Lehrerinnen empfangen. Am naechsten Morgen konnten wir uns die Schule bei Tageslicht anschauen und stellten fest, dass wir im absoluten Nirgendwo gelandet waren. Obwohl man weit und breit kein anderes Haus entdecken kann, ist die Landschaft um die Brueckschule herum sehr schoen. Es gibt viele Reisfelder, Kokussnusspalmen und Bananenplantagen, wir haben sogar Mangobaeume im Garten! Nachts kann man von der Dachterasse aus Sterne entdecken, die wir in Deutschland nie zu Gesicht bekommen wuerden.
Die 60 Kinder, die zwei Koechinnen und die Lehrerinnen haben uns sehr herzlich empfangen und kuemmern sich liebevoll um uns. Wir sind erstaunt, wie gut man die sprachliche Barriere mittels Gestik ueberbruecken kann, da leider kaum jemand Englisch spricht. Als uns die Kinder das erste Mal gesehen haben, standen sie mit offenen Muendern und grossen Augen da – sie haben wahrscheinlich noch nicht viele Weisse in ihrem Leben gesehen. Selbst die Lehrerinnen fragten uns, warum unsere Haut so weiss sei. Das Staunen ist schnell einer starken Neugier und Interesse gewichen, nachdem sie gemerkt haben, dass wir auch nur normale Menschen sind. Jetzt konnten wir uns vor Aufmerksamkeit kaum noch retten: Die Kinder standen in Trauben um uns herum und wir mussten immer wieder die Fragen beantworten „What is your name, What is your fathers name, What is your favourite animal...?“ Merkwuerdig war auch, von den Kindern als „auntie“ – Tantchen – angesprochen zu werden! Allerdings ist das in Indien wohl Gang und Gebe. Da die Kinder und die Mitarbeiter uns gegenueber so offen waren, viel es uns leicht sie sofort in unser Herz zu schliessen.
Nach einigen Tagen konnten wir auch den angeblich durchgeplanten Alltag der Schueler verstehen:
Morgens um 5Uhr wachen die Schueler auf ihren Strohmatten auf, waschen und ziehen sich an. Um 6Uhr wird zum morgendlichen Gebet und zur Meditationen gerufen, davon gibt es auch ein Foto auf unserem Blog. Danach wird die Schule von den Schuelern geputzt und danach mit dem Lernen angefangen. Fruehstueck gibt es um 8.30Uhr, das besteht meistens einfach aus einem riessigen Berg Reis – wir sind immer wieder erstaunt wie viel die Kinder essen koennen! Nach dem Fruehstueck gehen die Schueler in die verschiedenen Schulen und kommen erst zwischen 4 und 5Uhr zurueck. Bevor die Kinder wieder einen halbe Stunde lang beten und meditieren, haben sie etwas Zeit zum Spielen. Vor dem Abendessen muessen die Kinder die Hausaufgaben fuer den naechsten Tag erledigen.
Leider konnten wir uns noch nicht in den Alltag der Kinder integrieren, da es Probleme mit unserem Visum gibt und wir noch nicht polizeilich registriert werden konnten. Seit einer Woche befinden wir uns deswegen im Buero von VIKASANA und hoffen, dass sich die Probleme loesen und wir bald mit unserer Arbeit beginnen koennen.
Liebe Gruesse
Laura & Laura
Dienstag, 30. September 2008
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2 Kommentare:
hallo ihr beiden!
sehr schoen, zu lesen, dass s euch gut geht! wie schauts aus, habt ihr inzwischen ein handy? dann meldet euch doch mal, wir muessen das guenstge telefonieren ausnutzen! nummer ist in unserem aatp08 gmail account!
gruesse aus coimbatore auch von unserem kleinen wauzi paul.
laura und kerstin (in zivilisation)
Hallo die Damen,
prima, von euch so viel zu hören - das konnte ich gleich in der Projektwoche gut verwenden. Richtig schön haben die aunties ihren Tagesablauf beschrieben :-). Und auch die Fotos von euch in euren neuen Kleidern wurden heute von den Kindern im workshop "indische Kleidung" bestaunt.
Ich hoffe, die Sache mit eurem Visum nimmt ein gutes Ende!
Liebe Gruße Frau KoeGie
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