Dienstag, 30. September 2008

Hallo aus dem fernen Tarikere!!

In den letzten zwei Wochen ist hier bei uns in Indien viel passiert, ein paar Bilder habt ihr ja schon anschauen koennen.

Nachdem wir 14 Stunden mit dem Bus, scheinbar quer durch Suedindien gefahren sind, sind wir wohlbehalten mitten in der Nacht in der Brueckenschule in Chatnalli angekommen. Die Fahrt war aufgrund einiger Unebenheiten der Strasse recht anstrengend, aber die wunderschoene Landschaft und die Affen, die wir auf dem Weg beobachten konnten, haben dies wieder ausgeglichen.

In der Brueckenschule wurden wir von fuenf suessen Welpen und ein paar der Kinder und Lehrerinnen empfangen. Am naechsten Morgen konnten wir uns die Schule bei Tageslicht anschauen und stellten fest, dass wir im absoluten Nirgendwo gelandet waren. Obwohl man weit und breit kein anderes Haus entdecken kann, ist die Landschaft um die Brueckschule herum sehr schoen. Es gibt viele Reisfelder, Kokussnusspalmen und Bananenplantagen, wir haben sogar Mangobaeume im Garten! Nachts kann man von der Dachterasse aus Sterne entdecken, die wir in Deutschland nie zu Gesicht bekommen wuerden.

Die 60 Kinder, die zwei Koechinnen und die Lehrerinnen haben uns sehr herzlich empfangen und kuemmern sich liebevoll um uns. Wir sind erstaunt, wie gut man die sprachliche Barriere mittels Gestik ueberbruecken kann, da leider kaum jemand Englisch spricht. Als uns die Kinder das erste Mal gesehen haben, standen sie mit offenen Muendern und grossen Augen da – sie haben wahrscheinlich noch nicht viele Weisse in ihrem Leben gesehen. Selbst die Lehrerinnen fragten uns, warum unsere Haut so weiss sei. Das Staunen ist schnell einer starken Neugier und Interesse gewichen, nachdem sie gemerkt haben, dass wir auch nur normale Menschen sind. Jetzt konnten wir uns vor Aufmerksamkeit kaum noch retten: Die Kinder standen in Trauben um uns herum und wir mussten immer wieder die Fragen beantworten „What is your name, What is your fathers name, What is your favourite animal...?“ Merkwuerdig war auch, von den Kindern als „auntie“ – Tantchen – angesprochen zu werden! Allerdings ist das in Indien wohl Gang und Gebe. Da die Kinder und die Mitarbeiter uns gegenueber so offen waren, viel es uns leicht sie sofort in unser Herz zu schliessen.

Nach einigen Tagen konnten wir auch den angeblich durchgeplanten Alltag der Schueler verstehen:
Morgens um 5Uhr wachen die Schueler auf ihren Strohmatten auf, waschen und ziehen sich an. Um 6Uhr wird zum morgendlichen Gebet und zur Meditationen gerufen, davon gibt es auch ein Foto auf unserem Blog. Danach wird die Schule von den Schuelern geputzt und danach mit dem Lernen angefangen. Fruehstueck gibt es um 8.30Uhr, das besteht meistens einfach aus einem riessigen Berg Reis – wir sind immer wieder erstaunt wie viel die Kinder essen koennen! Nach dem Fruehstueck gehen die Schueler in die verschiedenen Schulen und kommen erst zwischen 4 und 5Uhr zurueck. Bevor die Kinder wieder einen halbe Stunde lang beten und meditieren, haben sie etwas Zeit zum Spielen. Vor dem Abendessen muessen die Kinder die Hausaufgaben fuer den naechsten Tag erledigen.

Leider konnten wir uns noch nicht in den Alltag der Kinder integrieren, da es Probleme mit unserem Visum gibt und wir noch nicht polizeilich registriert werden konnten. Seit einer Woche befinden wir uns deswegen im Buero von VIKASANA und hoffen, dass sich die Probleme loesen und wir bald mit unserer Arbeit beginnen koennen.

Liebe Gruesse

Laura & Laura

Mittwoch, 24. September 2008

Hier die ersten Bilder aus der Bridge School


Bridge School

Dienstag, 16. September 2008

Hallo!

Wir sind jetzt seit fuenf Tagen im KKID, im Zentrum der Karl-Kuebel-Stiftung in Suedindien. Die Menschen hier haben uns mit viel Waerme und Herzlichkeit empfangen. Vor allem unsere Ansprechpartnerin vom KKID, Mrs. Malathi, hat sich liebevoll um uns gekuemmert und uns den Einstieg hier sehr erleichtert.

In den letzten Tagen hat sie uns die indische Kultur gezeigt und verstaendlich gemacht. Nachdem wir uns am ersten Tag zunaechst ausgeruht haben, hat uns Mrs. Malathi das Gelaende des KKIDs gezeigt. Das KKID liegt in einem Tal in einer Art Nationalpark: Die Landschaft ist unheimlich beeindrucken, ueberall ist es gruen, die Berge sind wunderschoen und wir haben schon einige interessante Tiere gesehen. Wir sind ueberrascht, dass es hier so windig ist, jedoch macht der Wind die Hitze ertraeglicher (fuer die Inder ist es hier “chilly”).

Am zweiten Tag sind wir mit Mrs. Malathi nach Coimbatore aufgebrochen, um uns mit indischer Kleidung auszustatten. Dies stellte sich als schwieriger heraus als vermutet. Zwar hat es sehr lange gedauert, aber nach vier Stunden war jeder Freiwillige gluecklich und zufrieden. Fotos von uns in unseren neuen Salwar Kameez folgen!

Der Tag war sehr ueberwaeltigend, da wir zum ersten Mal die Hektik der indischen Grossstadt kennenlernten. Hier scheint es keine Verkehrsregeln zu geben, es gilt: Wer am lautesten hupt, faehrt zuerst. Auf den indischen Strassen findet sich jede Art von Verkehrsmitteln, ob maschinell oder tierisch: Motorraeder mit bis zu vier Personen, Ochsenkarren, uralte aber auch sehr moderne Autos, grosse Lastwagen und kleine Autorikshas. Da Massen von Menschen auf den Strassen sind, gewinnt man den Eindruck, dass sich das gesamte Leben auf der Strasse abspielen wuerde. Dieser Eindruck bestaetigt sich dadurch, dass am Strassenrand gekocht und gegessen wird, gewaschen und die Haare gemacht warden oder auch der taegliche Plausch mit den Nachbarn stattfindet.

A propos Haare kaemmen und waschen.
Back to the basics: Wir duschen mit eiskaltem Wasser und waschen unsere Waesche im Waschbecken. Es ist nicht so, dass e skein warmes Wasser gaebe, jedoch gibt es heisses Wasser nur fuer Fruehsteher (6.00-6.30).

Auch das Essen unterscheidet sich sehr von unseren bisherigen Gewohnheiten: Es gibt dreimal am Tag warmes Essen. Morgens, mittags und abends gibt es Reis mit diversen scharfen oder sehr scharfen Sossen.

Am dritten Tag hat uns Mrs.Malathi auf eine spirituelle Tour in der Umgebung von Coimbatore gefuehrt. Passend zu unseren morgendlichen Yogastunden um 6.30 mit einem sehr netten, Hip-Hop begeisterten Yoga-Meister, gingen wir zuerst zu einem spirituellen Ort, an dem Menschen jeder Religion zur Ruhe kommen koennen.
Danach fuhren wir weiter zu einem Tempel, in dem die Menschen neben der Anbetung eines Gurus auch soziale Projekte unterstuetzen. Dort hatten wir die Moeglichkeit verschiedene tradtionelle Gerichte zu probieren. Gesaettigt, aber auch schon ein bisschen muede, ging es in einen Hindutempel und danach in eine katholische Kirche. Die Kirche war dem Hindutempel durch viel Kitsch und bunte Lampen nicht unaehnlich. Es war ein anstengender aber auch sehr interessanter Tag!

Am naechsten Tag reisten unsere Mentoren aus den Projekten an, um mit uns zwei weitere Tag im KKID zu verbringen und danach ins Projekt zu reisen. Abends hatten wir die Moeglichkeit die Kinder und das Personal des KKIDs durch unseren ATTP-Song und die Galoppade fuer uns zu gewinnen. Danach beeindruckten uns die Kinder mit spontanen Gesangs und Tanzdarbietungen.

Momentan bereiten wir uns auf die Abreise in unsere Projekte vor. Wir freuen uns auf die Kinder, die Mitarbeiter und darauf, dass wir endlich in unserem Projekt ankommen warden. Jedoch sind wir auch ein wenig aengstlich, was die naechste Zeit so mit sich bringt und traurig darueber, dass wir unsere neu gewonnenen Freunde schon wieder verabschieden muessen.

Wir melden uns wieder aus VIKASANA, sobald wir uns ein wenig im Projekt eingefunden haben.

Liebe Gruesse und bis bald
Laura & Laura

Freitag, 12. September 2008

Namaste!
Nach einem anstrengenden Flug und einem laengeren Aufenthalt in Bengalore sind wir muede aber zufrieden in Coimbatore angekommen. Unsere Anreise war mit einer Propellermaschine und einer aufregenden Busfahrt sehr abenteuerlich. Die Stadt hat trotz extremer Armut und hektischem Strassenverkehr seinen ganz eigenen Charme, der uns auf eine positive Art beeindruckt hat.

Jetzt sind wir im Zentrum der Karl-Kuebel-Stiftung angekommen und haben uns erstmal ausgeruht. Gleich treffen wir uns fuer einen Campus Rundgang mit Mrs. Malathi!

Bis bald und liebe Gruesse aus dem windigen Indien
Laura & Laura

Mittwoch, 10. September 2008

Herzlich Willkommen auf unserm Blog!
Hier werden wir euch durch Fotos und Berichte an unserm Freiwilligeneinsatz in Indien teilhaben lassen. Wir freuen uns auf Nachrichten und Kommentare von Euch!

Für alle die es noch nicht wissen: Morgen früh, also am 11.September, werden wir von Frankfurt nach Bangalore fliegen und von dort aus weiter nach Coimbatore. Dort werden wir ca. eine Woche ein Vorbereitunsseminar haben um danach weiter in unsere Projekte zu fahren.

Liebe Grüße
Laura & Laura