Ein Lebenszeichen aus dem fernen Palapatti!
Kaum vorstellbar, dass unser letzter Blogbericht schon 5 Wochen her ist – die Zeit vergeht hier wirklich wie im Flug! Nachdem wir im letzten Eintrag nur andeutungsweise von unserem Tagesablauf berichtet haben, wollen wir euch nun einen tieferen Einblick geben:
Wenn in Palapatti, dem nahgelegenen Dorf, morgens um 5Uhr die indischen Charts aus gefuehlten zehn Lautsprechern ertoenen, ist an Schlafen nicht mehr zu denken. Wir konnten bis jetzt noch nicht herausfinden, was es mit der Musik auf sich hat, aber wir vermuten, dass es sich um eine Art Radioersatz fuer die Dorfbewohner handelt, da sich kaum jemand ein eigenes Radio leisten kann und 5Uhr die normale Aufsteh-Zeit der Inder ist.
Auch unsere gewohnte Aufsteh-Zeit hat sich drastisch nach vorne verlegt. Um 5.45Uhr klingelt unser Wecker und gegen 6Uhr gehen wir von Pudu Vasantham, der Siedlung der Maedchen, zu Pudu Uthayam, der Siedlung der behinderten Kinder. Dort werden wir schon freudig von den Kindern erwartet, die um 6Uhr aufstehen um den Hof zu kehren. Kaum sind wir in Sichtweite stuerzt sich Brienga (ihr koennt im letzten Album ein Foto von ihr sehen) mit einem lauten Schrei “Aunti, Aunti!!” auf uns. Waehrend wir gemuetlich unseren Kaffee trinken und die Kinder beim Kehren beaufsichtigen, gesellen sich nach und nach ein paar Kinder zu uns. Besonders Malliga (s.letztes Album) hebt mit ihrer unbeschreiblich guten Laune, die sie des Oefteren zu einem kleinen Taenzchen verleitet, morgens auch unsere Stimmung.
Als naechstes helfen wir den Kindern beim Waschen und Anziehen – schon alleine ueber den Spass den die Kinder morgens beim Waschen haben, koennten wir einen ganzen Bericht schreiben! Danach haben wir Zeit fuer ein ausgiebiges Fruehstueck bei Lakshmi, unserer Koechin, die uns mit allerlei indischer Leckereien verkoestigt.
Um 9.30Uhr beginnt die Schule nach einem morgendlichen Gebet. Unsere 8 Schueler sitzen dann meist schon erwartungsvoll vor unserem Klassenzimmer. Von dieser Motivation sind wir immer wieder beeindruckt! Bis 16Uhr dauert der offizielle Schultag. Jeweils eine Stunde am Vor- bzw. Nachmittag sind fuer die individuelle Foerderung der Kinder vorgesehen. Jedes Kind hat vier Ziele (z.B. Groessen unterscheiden oder Hemd anziehen), die wir in dieser Zeit mit ihnen trainieren. Auch Spiel, Spass und Yoga ist in den restlichen Schulalltag miteingebunden, um die sozialen Kompetenzen der Kinder zu foerdern. Ausserdem ist eine Stunde am Tag fuer das “Vocational Training”vorgesehen. Das Training ist dazu da, um den aelteren Schuelern Faehigkeiten zu vermitteln, die es ihnen ermoeglichen einen Beruf auszueben.
Obwohl die Kinder nur Tamil verstehen und wir nur einzelne Woerter auf Tamil koennen, klappt die Verstaendigung und der Unterricht erstaunlich gut. Trotzdem fuehlen wir uns manchmal wie im Affenhaus und um 16Uhr sind wir totmuede!
Wir koennen nicht verleugnen, dass wir total von den Kindern begeistert sind und die Arbeit mit ihnen sehr interessant ist und super viel Spass macht!
Demnaechst werden wir euch noch detaillierter von unseren Schuelern und den anderen Kindern von Pudu Uthayam berichten.
Trotz der Tatsache, dass wir fest in den Alltag der Kinder eingebunden sind, hatten wir im letzten Monat die Moeglichkeit waehrend des Diwali-Fests die indische Kultur etwas naeher kennenzulernen und bei einem Ausflug nach Tranquebar zur Eroeffnung eines neuen Projekts des SJDTs ein wenig von Indien zu sehen.
Diwali, einer der wichtigsten Feiertage Indiens, haben wir in einer Gastfamilie verbracht. Es war eine spannende Erfahrung fuer uns, weil unsere Gastfamilie in sehr einfachen Verhaeltnissen gelebt hat und z.B. nicht einmal eine Toilette hatte! Die Gastfreundschaft und die Bereitschaft mit uns zu teilen, hat uns besonders beeindruckt, vorallem da der Familie selbst wenig Mittel zur Verfuegung stehen. Nach zwei Tagen verliessen wir die Familie gluecklich mit einem Bauch voller Suessigkeiten, mit Henna bemalten Haenden (s.Album), neuen Eindruecken ueber das Leben in einem indischen Dorf und vielen neuen Freunden.
Das wars von uns, wir melden uns bald wieder!
Laura und Laura
Mittwoch, 12. November 2008
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